„Todesstrafe durch Eier-Treten“: Attila Hildmann bedroht Volker Beck


Marco Verch | CC BY 2.0
In den letzten Wochen und Monaten ist der vegane Koch Attila Hildmann durch die Verbreitung abstruser
Verschwörungstheorien mehrmals aufgefallen – nun droht er auf seinem Telegram-Kanal dem ehemaligen Grünen
Bundestagsabgeordneten Volker Beck mit dem Tod. 

So schrieb der 39-jährige Starkoch einem Screenshot zufolge seinen Fans: “Für Beck würde ich als zukünftiger Reichskanzler wieder die Todesstrafe durch Einer-Treten auf öffentlichem Platz einführen”. Zuvor hatte er Einträge zur Pädophilen-Debatte geteilt, die es in den Anfangsjahren der deutschen Grün-Bewegung gab, und von denen sich Beck bereits mehrmals öffentlich distanziert hat.   

Der Ex-Politiker konnte die Drohung zunächst gar nicht glauben

Beck machte die Drohung am Sonntag über Twitter öffentlich – und fragte ungläubig: „Ist diese Morddrohung/-phantasie von diesem durchgeknallten Veggie-Koch oder ist das Fake?”. Mehrere Follower bestätigten daraufhin dem offen schwulen Ex-Politiker die Echtheit der Meldung. 

Der Screenshot mit der Drohung wurde in den Sozialen Netzwerken von mehreren Politikerinnen und Politikern geteilt. Und sie nehmen Hildmanns Drohung nicht auf die leichte Schulter. “Das hier ist eine Todesdrohung gegen Volker Beck, die der Nazi Atilla Hildmann gestern Abend an 66.000 Menschen auf seinem Telegramm-Kanal geschickt hat. Und wir sollten das ernst nehmen”, kommentierte beispielsweise der Berliner Staatssekretär Alexander Fischer von den Linken. 

Beck hat Hildmann mittlerweile wegen der Morddrohung angezeigt

Auf die Frage seiner ehemaligen Parteifreundin Jutta Ditfurth, ob Beck Hildmann anzeigen werde, antwortete dieser mit einem knappen “Done.” Und es sind nicht die ersten Ermittlungen der Polizei gegen den Vegan-Koch: Die Brandenburger Polizei hat bereits Anfang Juli über Twitter bestätigt, wegen der öffentlichen Androhung von Straftaten von Amts wegen zu ermitteln. 

Seit einigen Wochen werden immer extremer klingende Verschwörungstheorien in der Telegram-Gruppe des Kochs geteilt. Darin geht es immer wieder umeinen angeblichen geplanten Völkermord durch Impfungen gegen das Coronavirus oder ein „zionistisches Regime unter Merkel“ und Bill Gates. 

Attila Hildmann: Eine lange Geschichte befremdlicher Aussagen

Doch dass Attila Hildmann rechtem Gedankengut nicht abgeneigt ist, ist nicht neu. So hat er bereits während der Flüchtlingskrise 2015/16 gemeint, Integration sei in Deutschland “ein heikles Thema aufgrund der deutschen Vergangenheit, was zu einer aktuellen Selbstverstümmelung deutscher Werte und Kultur führt”. 

Im Jahr 2017 schrieb er einer Journalistin, die eine negative Kritik über seinen Berliner Imbiss schrieb, er freue sich, dass er sie nicht erkannt habe, “sonst hätte ich Ihnen meine Pommes in Ihre Wannabe-Journalistinnen-Visage gestopft und mit Liebe ihr dreckiges Geld zurückgegeben”. Ein Versöhnungsangebot des Kochs scheiterte, nachdem er auf der Einladung mit einer Pumpgun posierte – stattdessen wurde er von der Polizei vorgeladen. 

Im Jahr 2018 hatte Hildmann schließlich eigenen Angaben zufolge “einen kleinen Zwischenfall wegen Falschparkens” – der schließlich mit dem Einsatz von fünf Polizeiwagen, Handschellen und einem Drogentest endete. “ Niemand wird mich brechen. Irgendwann regiere ich dieses Land, einschließlich der Exekutive”, kommentierte er diesen Vorfall – ein düsteres Vorzeichen auf seine kommenden Ausfälle.