Nachrichten

Scholz: Beschleunigen Suche nach alternativen Gas-Importen



Screenshort: N4G
In Brüssel kamen die Staatschefs aus 27 EU-Ländern zusammen, um über die wirtschaftliche Lage durch den Ukraine-Krieg zu sprechen. Nun hat Scholz ein Statement abgegeben.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat angesichts sinkender russischer Gaslieferungen eine beschleunigte Suche nach alternativen Importmöglichkeiten angekündigt. "Wir sind alle gemeinsam sehr, sehr sorgfältig vorbereitet auf die schwierige Herausforderung, die sich mit dem Import fossiler Ressourcen aus Russland verbindet", sagte er vor dem zweiten EU-Gipfeltag in Brüssel am Freitag.

Deshalb habe man sich frühzeitig um Infrastruktur gekümmert, mit der Gas aus anderen Ländern importiert werden könne, sagte er in Anspielung auf geplante LNG-Terminals. "Das ist eine Anstrengung, die nochmal beschleunigt werden muss. Da werden wir uns unterhaken."

Die wirtschaftliche Lage habe nicht nur mit dem russischen Krieg gegen die Ukraine, sondern auch mit den Verwerfungen nach der Corona-Pandemie zu tun, betonte er. Ziel sei es nun, dafür zu sorgen, "dass wir schnell klimaneutral wirtschaften können, dass wir die erneuerbaren Energien ausbauen, dass wir unsere wirtschaftliche Strukturen so entwickeln, dass wir schnell CO2-neutrale ökonomische Stabilität gewinnen", erklärte Scholz.

EU-Staaten wollen Kroatien-Beitritt besiegeln

Die Gaskrise und andere wirtschaftliche Folgen des Ukraine-Kriegs bestimmen den zweiten Tag des EU-Gipfels in Brüssel. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union kamen dafür am Freitag mit der Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, zusammen. Auch Eurogruppen-Chef Pascal Donohoe nahm an den Beratungen teil.

Die EU-Staaten wollen zudem den Euro-Beitritt Kroatiens zum Januar 2023 formell besiegeln. Der kroatische Regierungschef Andrej Plenkovic sprach von einer "ausgezeichneten Nachricht" für sein Land. Etwa 70 Prozent der Touristen in seinem Land kämen aus der Eurozone, betonte er.

Am Donnerstag hatten die EU-Staaten der Ukraine und Moldau den EU-Kandidatenstatus verliehen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich in einer Video-Ansprache dankbar für die "historische" Entscheidung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachrichtenagenturen AFP und Reuters