Nachrichten

Trump verliert in den Umfragen immer mehr an Boden

rump verliert in den Umfragen immer mehr an Boden 

(Quelle: dpa)

 

Der US-Wahlkampf ist in der heißen Phase. In den Umfragen baut der Demokrat Joe Biden seinen Vorsprung aus.

In wichtigen Swing States bleibt das Rennen eng, Donald Trump braucht aber einen Endspurt. 



US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer, der ehemalige Vize-Präsident Joe Biden, konkurrieren bei der US-Wahl am 3. November um die Präsidentschaft. Das Rennen ist eng – viel wird davon abhängen, welcher Kandidat in den wichtigen Swing States gewinnen kann.

Dabei kann Biden in diesen Staaten Boden gut machen, Trump liegt nur noch in Texas und Ohio vorne. Aber das Rennen ist enger als es aussieht, denn in vielen der Swing States ist Trumps Rückstand in den Umfragen gering. Allerdings müsste der amtierende US-Präsident viele der engen Rennen für sich entscheiden, Biden hat aktuell einen deutlichen Vorsprung. Trump kann jedoch seinen Vorsprung im wichtigen Bundesstaat Texas ausbauen und liegt in Ohio vorne. Dafür hat Biden den Republikaner in Iowa und Georgia überholt. 

Der Wahlkampf findet in einer Krisenzeit statt, die Corona-Pandemie hat die Vereinigten Staaten stark getroffen und seit dem Frühjahr gibt es nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd Massenproteste gegen Rassismus und Polizeigewalt im Land.


Trumps Krisenmanagement hat bis zum Sommer dazu geführt, dass er in landesweiten Umfragen deutlich hinter dem Demokraten Biden lag und bis zum Herbst nur langsam aufholen konnte. Landesweit ist Bidens durchschnittlicher Vorsprung in den Umfragen bei über 9 Prozent. (Stand: 19. Oktober, 8.30 Uhr). 

Wer liegt wirklich vorn?

Das Problem: Landesweite Umfragen geben in den USA nur wenig Aufschluss darüber, wer am Ende ins Weiße Haus einziehen darf. Bei der US-Wahl 2016 lag die Demokratin Hillary Clinton am Ende mit 48,2 Prozent der Stimmen vor dem Republikaner Trump mit 46,1 Prozent. Das Ende ist bekannt, Trump wurde trotzdem US-Präsident.

Das liegt in erster Linie am US-Wahlsystem. Der Präsident wird nicht direkt vom Volk gewählt, sondern durch 538 Wahlmänner und -frauen. Davon stellt jeder Bundesstaat nach Bevölkerungsgröße eine bestimmte Anzahl. Der Kandidat mit den meisten Wählerstimmen im Bundesstaat verbucht grundsätzlich sämtliche Wahlleute des Staates für sich. Ausnahme: In Maine und Nebraska werden die Stimmen der Wahlleute nach Mehrheiten in den Wahlbezirken aufgeteilt. Der Gesamtsieger des Staates erhält zwei weitere Stimmen.


Deswegen sind Prognosen zur US-Wahl vergleichsweise schwierig. Doch mit Blick auf Meinungsumfragen in den verschiedenen US-Bundesstaaten lässt sich abschätzen, wie eng das Rennen wirklich ist.


Aktuelle Prognosen: Laut den durchschnittlichen Berechnungen von "270toWin", einer überparteilichen Politikseite, liegt Biden nach Wahlmännern und -frauen deutlich in Führung. Das Rennen ist aber noch nicht entschieden.

Wie ist die Situation in den Swing States?

Der Vorsprung von Biden vor Trump ist aber nicht so groß, wie es vielleicht den Anschein macht. Oft werden US-Präsidentschaftswahlen in wenigen Swing States entschieden – das sind US-Bundesstaaten, in denen es in der Vergangenheit oftmals eine wechselnde demokratische oder republikanische Mehrheit gab. In einigen davon ist das Rennen eng und es geht um viele Wahlmänner und -frauen.

Die US-Präsidentschaftswahlen entschieden sich oft in Ohio, Michigan und Florida. In diesen US-Bundesstaaten ist das Rennen eng, auch beim Rennen Biden gegen Trump. Zuletzt büßte Biden in Florida und North Carolina seinen Vorsprung in den Umfragen fast gänzlich ein, allein in den beiden US-Bundesstaaten geht es zusammen um insgesamt 44 Wahlmänner und -frauen.

Aktuelle Prognose: Bei der US-Wahl 2020 ist besonders überraschend, dass die Umfragen in Texas ein relativ knappes Ergebnis voraussagen. Verliert Trump in dem Stammland der Republikaner (38 Wahlmänner und -frauen), verliert er wohl auch die Wahl. Für Biden wäre ein Sieg in Florida (29 Wahlmänner und -frauen) ein großer Schritt in Richtung Präsidentschaft. Hier konnte sich Trump 2016 knapp (1,6 Prozent) gegen Clinton durchsetzen. 

Demokraten oder Republikaner – wer erringt die Mehrheit in Senat und Kongress?

Im November wird aber nicht nur der US-Präsident gewählt, sondern auch das Repräsentantenhaus und der Senat.


Im Repräsentantenhaus sieht es laut aktuellen Berechnungen von "270toWin" danach aus, dass die Demokraten ihre Mehrheit verteidigen oder sogar ausbauen könnten. Die 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses vertreten jeweils einen Wahlbezirk und werden alle zwei Jahre direkt gewählt. Die dargestellte Umfrage gibt die Tendenzen in den Wahlbezirken wieder. Selbst wenn die Demokraten alle Rennen verlieren würden, die aktuell als "eng" bezeichnet werden, dürften sie trotzdem eine Mehrheit behalten.


Knapper sieht es im Kampf um eine Mehrheit im Senat aus, noch ist völlig unklar, welche Partei nach der Wahl im November hier eine Mehrheit erringen kann. Alle zwei Jahre wird etwa ein Drittel des Senats neu gewählt. Dieses Drittel ist in der Grafik hervorgehoben.

Der Senat besteht aus 100 Senatoren. Jeder Bundesstaat ist mit zwei Sitzen vertreten. In den Bundesstaaten, die ein Mandat zu vergeben haben, wird darüber per Mehrheitswahl entschieden. Die dargestellten Umfragewerte geben die Tendenzen in den Bundesstaaten wieder.

Aktuelle Prognose: Die Umfragen sehen momentan die Demokraten im Vorteil. Wenn sich das bestätigen sollte, könnte die Partei, neben der US-Präsidentschaft, auch die Mehrheiten im Kongress und Senat erringen. Das würde ihnen viel Gestaltungsraum für die nächsten zwei Jahre geben und wäre eine schwere Niederlage für Trump und die Republikaner. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verwendete Quellen: