Nachrichten

Microsoft zwingt Nutzern Office-Apps auf

Microsoft zwingt Nutzern Office-Apps auf 

(Quelle: Manfred Segerer/imago images)

Microsofts Office-Software ist kostenpflichtig. Viele Nutzer ziehen daher inzwischen Gratis-Programme wie

OpenOffice vor, die fast die gleichen Funktionen bieten. Doch der Windows-Hersteller will sich nicht geschlagen

geben – und wirbt mit äußerst aggressiven Mitteln für seine Produkte. 

Wie das IT-Onlineportal "golem.de" berichtet, entdeckten zahlreiche Windows-Nutzer nach einem Neustart eine Web-Variante des Microsoft Office-Pakets auf ihrem System. Dabei handelt es sich um sogenannte Progressive Web Apps (PWA), also um Software, die nicht lokal auf dem Rechner ausgeführt wird, sondern in der Cloud. Die Programme wurden offenbar durch ein außerplanmäßiges Update automatisch und ohne Zutun des Nutzers auf dem Rechner installiert. 

Laut "ZDNet" und "The Verge" werden die vier Programme Excel, Outlook, Powerpoint und Word sogar prominent im Startmenü von Windows 10 angezeigt. Das hat zu Verwirrungen geführt. Schließlich konnten sich die Betroffenen nicht daran erinnern, die Office-Software installiert und ein Abo abgeschlossen zu haben.

Weiterleitung auf Log-in-Seite

Klickt man auf die Kacheln im Startmenü, öffnet sich auch kein lokales Windows-Office-Programm, sondern der Microsoft Edge Browser. Genau diesen haben Betroffene auch als Quell der unerwünschten Software ausgemacht: In den Browser-Einstellungen finden sich die Web-Anwendungen unter "edge://apps". Im Menü "Apps und Features" lassen sich die Office-Apps wieder deinstallieren. 

Für Anwender, die kein Office-Abo abgeschlossen haben, sind die Web-Apps ohnehin nutzlos. Wer sie zu öffnen versucht, wird auf die Login-Seite für das Windows-Konto weitergeleitet (https://login.microsoftonline.com). Ohne ein Windows-Konto kommt man hier also auch nicht weiter. 

Schon der Edge-Browser wurde zwangsinstalliert

Insofern stellt sich die Frage, was die Aktion überhaupt soll. Denn wer Microsoft Office noch nicht nutzt, kann mit den Web-Apps wenig anfangen. Im schlimmsten Fall ärgern sich die Betroffenen nur über die ungefragte Änderung im Startmenü und für Microsoft ist nichts gewonnen. 

Es ist nicht das erste Mal, dass Microsoft versucht, den Windows-Nutzern seine Produkte aufzudrängen. Schon die Einführung des neuen Edge-Browsers im Sommer 2020 hatte bei vielen Anwendern für Unmut gesorgt. Die Nutzer hatten nämlich weder die Möglichkeit, die Installation noch die Einrichtung der Microsoft-Software zu unterbinden. Edge hat sich einfach auf ihren Rechnern eingenistet, wurde auf dem Desktop und in der Taskleiste verlinkt.

Wie Sie das Programm zumindest weitgehend aus Ihrem Blickfeld verbannen, erklären wir in der Fotoshow oben und in den Links über diesem Absatz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verwendete Quellen: