Hakenkreuze an Unfallort geschmiert

 

Hakenkreuze an Unfallort geschmiert

Rassistische Hetze in Mecklenburg: An der Stelle, an der sich vor zwei Monaten ein tödlicher Unfall ereignete, wurden bereits mehrfach Hakenkreuze geschmiert. Das Opfer war ein syrisches Kind.

 

 Nachdem im Juni ein neun Jahre alter syrischer Junge mit seinem Fahrrad auf eine Straße stürzte und von einem Traktor erfasst wurde, wird die Unfallstelle zu einem Schauplatz der Fremdenfeindlichkeit. Ende Juli schmierten Unbekannte ein Hakenkreuz auf den Gehweg in der Stadt Schönberg, wenige Meter vom Ort entfernt, an dem der Junge den tödlichen Unfall hatte. Zudem war dort die Aufschrift "1:0" zu lesen. Gegenüber der "Schweriner Volkszeitung" (SVZ) sagte eine Sprecherin des Rostocker Polizeipräsidiums: "Wir glauben, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Tod des Jungen und den Schmierereien gibt."

Hinweise auf die Täter oder auf ein Motiv hat die Polizei nicht. Der Staatsschutz hat Ermittlungen eingeleitet. Es ist nicht das erste Mal, dass der Unfallort für rassistischen Hass missbraucht wird. Unbekannte hatten bereits Anfang Juli Hakenkreuze an dieselbe Stelle geschmiert.

Bürgermeister zeigt sich schockiert

 "Ich weiß nicht, was in den vernebelten Köpfen solcher Täter vorgeht. Das darf man nicht hinnehmen", zeigte sich Lutz Götze, Bürgermeister der Gemeinde, gegenüber der SVZ schockiert. Das sei blinder und primitiver Hass gegenüber Ausländern.

Die Region in Nordwestmecklenburg war einst eine Hochburg der rechtsextremen Szene. Gegenüber der "Bild"-Zeitung sagte Landesinnenminister Lorenz Caffier zwar, dass es in Schönberg selbst keine Neonazis gebe. "Allerdings prüfen wir derzeit, inwiefern Rechtsextremisten in der näheren Umgebung beheimatet sind."

Der Junge war am 20. Juni mit seinem Fahrrad auf dem Bürgersteig unterwegs. Er kam ins Schlingern und fiel auf die Straße. Dort wurde er von einem Traktor erfasst. Im Krankenhaus erlag das Kind seinen Verletzungen.

Die Hakenkreuze sind mittlerweile von der Straße entfernt. Freunde des Jungen haben sie mit Blumen übermalt. 

 

 

 

 

 

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